Giorgio Morandi

 
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Giorgio Morandi

Bologna 1890
- Bologna 1964


Am 20. Juli 1890 wird Giorgio Morandi in Bologna geboren. Er arbeitet zunächst im Büro seines Vaters. Morandi schreibt sich 1907 in die Accademia di Belli Arte in seiner Heimatstadt ein. Er ist ein erfolgreicher Schüler. In den letzten beiden Jahren seines Studiums gerät er an der Schule aber in Konflikt mit seinen Lehrern, da er schon eine eigene künstlerische Sprache gefunden hat. Die Künstler der Avantgarde wie Cézanne, Matisse und Picasso, werden in dieser Zeit von Morandi mit Interesse beobachtet. Morandi zeigt sich aber auch von der alten italienischen Malerei seit Giotto stark beeindruckt. Der Künstler studiert sie im Original immer wieder auf seinen Reisen innerhalb des Landes. Im Jahres 1913 schließt der Künstler sein Studium ab. Er kommt in immer engeren Kontakt mit den Künstlern des italienischen Futurismus. Zusammen mit ihnen nimmt Morandi an Ausstellungen teil und schließt viele Freundschaften. 1914 wird der Maler von der Stadt Bologna angestellt, in den Grundschulen verschiedener Bezirke Kunstunterricht zu geben. Morandi übt diese Tätigkeit bis 1929 aus. Zu einer kurzen Unterbrechung seines künstlerischen Schaffens wird Morandi durch die Einberufung zum Militärdienst 1915 gezwungen. Er wird jedoch wegen einer schweren Erkrankung schon bald wieder aus der Armee entlassen. Giorgio Morandi interessiert sich ab 1918, nach einer Phase mit futuristischen Arbeiten, wo er erstmals Bilder von de Chirico und Carrà sieht, für die Pittura Metafisica. Der Künstler kommt wieder in engen Kontakt mit den führenden Künstlern einer Richtung. Er schließt sich ihr vorübergehend an. Nach einer neuerlichen Beschäftigung mit den Bildern Cézannes, wendet sich Morandi jedoch 1920 von den zeitgenössischen Strömungen ab und findet zu seiner eigenen Bildwelt, in der er sein Innerstes ausdrücken kann. Giorgio Morandi konzentriert sich auf Stillleben, die schon zuvor neben Landschaftsdarstellungen sein liebstes Motiv waren. Er erkundet in stetiger Wiederholung die feintonige Darstellung einer begrenzten Auswahl plastischer Formen.
In intensiven Arbeitszyklen erkundet Morandis die druckgrafischen Techniken. Sie bringt Morandi 1930 die Berufung zum Professor für Drucktechniken an die Accademia di Belli Arte in seiner Heimatstadt Bologna. Dort lehrt der Künstler bis 1956, unterbrochen nur von den Kriegsjahren, in denen er sich mit seiner Familie nach Grizzana zurückzieht. 1930 nimmt Morandis zum erster mal an der Biennale von Venedig teil. Seine Arbeit wird immer wieder in internationalen Ausstellungen gezeigt und erhält zahlreiche Preise. Die kontemplative Konzentration auf einfache plastische Formen, seine ruhigen Motive und seine besonders zarte Farbigkeit sind für die weltweite Beliebtheit von Morandis Werk ausschlag gebend. Giorgio Morandi stirbt am 18. Juni 1964 in Bologna an Lungenkrebs.